Häufige Diagnosen schneller kodieren: die ICD-Hitliste in principa
Die Diagnosekodierung kostet selten viel Zeit auf einmal. Sie kostet dafür in kleinen Portionen sehr oft Zeit. Dabei wiederholen sich die Diagnosen stark.
Innerhalb einer Fachrichtung bewegt sich der Alltag in einem überschaubaren Ausschnitt des ICD-Katalogs. Gesucht wird dieser Ausschnitt trotzdem jedes Mal neu. Die ICD-Hitliste in principa dreht das um und stellt die häufigen Diagnosen nach vorn.
Dieser Artikel zeigt, wo die Hitliste wirkt, welche Berechtigungen nötig sind und wie Sie eine Hitliste selbst anlegen und später überschreiben bzw. ändern.

Was ist die ICD-Hitliste in principa?
Eine ICD-Hitliste ist eine gespeicherte Auswahl häufig verwendeter Diagnosecodes, vergleichbar mit einer Favoritenliste für die Kodierung. Der Unterschied zu einer privaten Merkliste liegt in der Datenbasis. Die Hitliste entsteht aus einer Auswertung der tatsächlich kodierten Diagnosen in principa und spiegelt damit Ihr echtes Leistungsgeschehen.
Jede Hitliste liegt als Eintrag im globalen Katalog unterhalb des Knotens ICDHitLists. Pro Organisationseinheit, Standort, Fachgruppe oder Behandler ist eine eigene Liste möglich. Wichtig zu wissen: Verändern kann sie jeder berechtigte Systembenutzer jederzeit selbst.

Wo die Hitliste im Alltag wirkt
Eine berechtigte Hitliste greift an mehreren Stellen der Diagnoseerfassung:
- Im Suchdialog Diagnosen als erster Reiter, direkt neben Hausdiagnosen und Diagnosensuche
- Im Aktenordner Kodierung
- In der Dokumentenliste und auf der Karteikarte über das Kürzel D
- In der normalen Listenauswahl, dort stehen die Einträge ganz oben und tragen als Herkunftskennzeichen ein T für Top

So arbeitet die Hitliste in der Kodierung
Ihre Mitarbeitenden wählen die passende Hitliste im Auswahlfeld aus. Darunter bleibt die Code- und Volltextsuche verfügbar. Die Hitliste ersetzt die Suche also nicht, sie kommt ihr zuvor.
principa merkt sich die zuletzt gewählte Hitliste benutzerbezogen. Ist einem Systembenutzer nur eine einzige Hitliste berechtigt, wird diese automatisch vorbelegt. Nach dem Einrichten entsteht dadurch kein zusätzlicher Klick.
Eine Hitliste kann auch Kreuz-Stern-Paare enthalten, etwa E11.40+ mit G63.2*. Primär- und Sekundärdiagnose stehen dann gemeinsam zur Verfügung. Wer sich ausschließlich die Hitliste ansehen möchte, gibt als Filterkriterium ein einzelnes Leerzeichen ein.

Voraussetzungen: 3 wichtige Berechtigungen
Die Hitliste ist nicht automatisch für alle sichtbar. Nutzen und Erstellen hängen an unterschiedlichen Berechtigungen. Nachfolgend ein tabellarischer Überblick:
| Berechtigung | Wofür sie nötig ist |
| Standardrolle PCP_1_PATAKTE_KODIERUNG_DIAG_HITLISTE | Damit der Reiter Hitliste in der Kodierung erscheint und auswählbar ist |
| SC Report Diag-A01.2 -T Diag Hitliste | Damit der Report mit den kodierten Diagnosen geöffnet werden kann |
| Funktion Daten exportieren in den SC Reports | Damit im Report der Punkt Diagnosenhitliste generieren zur Verfügung steht |
Eine gespeicherte Hitliste steht in der Kodierung erst dann bereit, wenn sie in der Zugriffsberechtigung berechtigt ist. Genau hier bleiben Einrichtungen häufig hängen, weil die Liste bereits existiert, im Suchdialog aber nicht auftaucht. Fehlt sie in der Berechtigungsrolle noch, wird der Berechtigungsbaum über einen Klick auf das Warndreieck neu initialisiert.
Erstellen und aktualisieren: Derselbe Weg
Für das erste Anlegen und für jede spätere Änderung gilt derselbe Ablauf. Erst im letzten Dialog entscheiden Sie, ob eine neue Liste entsteht oder eine bestehende überschrieben wird.
Öffnen Sie in den Statistiken unter den SC Reports in der Reportgruppe Kodierung den Report Diag-A01.2 -T Diag Hitliste. Filtern Sie danach auf den gewünschten Ausschnitt. Zur Verfügung stehen Zeitraum, fachliche und pflegerische Organisationseinheit, LANR und abrechnender Behandler.
Standardmäßig zeigt der Report 50 Einträge. Genau diese landen später im Dialog. Mit dem Kontrollkästchen Alle Datensätze werden bis zu 100 Einträge berücksichtigt. Aber: Für die meisten Fachrichtungen ist die kleinere Variante die bessere.
Öffnen Sie dann die Exportfunktion und wählen Sie Diagnosenhitliste generieren. Im Dialog ICD – Hitliste entfernen Sie nicht gewünschte Diagnosen über das Papierkorb-Symbol, Zeilen lassen sich außerdem verschieben. Für eine neue Liste aktivieren Sie Neue Hitliste anlegen, tragen einen Namen ein und speichern. Als Vorschlag setzt principa dabei den Namen der gewählten Fachabteilung, Pflegeabteilung oder des Behandlers ein. Für eine Änderung bleibt das Kontrollkästchen deaktiviert und Sie wählen die bestehende Liste im Feld Name der Hitliste aus.
Beim Aktualisieren entsteht keine zweite Liste. Die gewählte Hitliste wird mit den aktuell geladenen Diagnosen überschrieben, eine Zusammenführung mit dem alten Stand findet nicht statt. Prüfen Sie Filter und Inhalt also, bevor Sie speichern.
3 gängige Praxisbeispiele
MFA und Praxisorganisation
Von zwanzig Diagnosen am Vormittag fallen fünfzehn auf eine Handvoll immer gleicher Codes. Statt jedes Mal einen Suchbegriff einzugeben, übernimmt die MFA den Code direkt aus dem Reiter Hitliste. Bei Kreuz-Stern-Paaren kommt das ganze Paar mit.
Ärztinnen und Ärzte
Für die Dokumentation zählt die Konsistenz. Läuft dieselbe Erkrankung immer über denselben Code, bleiben Auswertungen und Verlaufsvergleiche verlässlich. Die Hitliste macht den bevorzugten Code zur naheliegenden Wahl.
Praxismanagement und Controlling
Schon der Weg zur ICD-Hitliste ist wertvoll. Der Report zeigt, welche Diagnosen ein Standort oder ein Behandler tatsächlich kodiert und eben wie häufig. Daraus entsteht eine belastbare Grundlage für Gespräche über Kodierqualität. Wie stark eine saubere Kodierung auf das Ergebnis wirkt, zeigt unser Beitrag zu HonorarPlus in principa.
5 TOP Vorteile im Überblick
- Datenbasiert statt gefühlt: Die Liste entsteht aus den tatsächlich kodierten Diagnosen Ihrer Organisationseinheit
- Weniger Klicks: Der häufige Fall steht ganz oben, die Suche im vollständigen Katalog entfällt
- Einheitliche Kodierung im Team: Alle greifen auf denselben bevorzugten Code zu, das erleichtert Auswertungen und die Einarbeitung
- Primär und Sekundär gemeinsam: Kreuz-Stern-Paare stehen als Paar in der Liste und müssen nicht zweimal gesucht werden
- Jederzeit anpassbar: Ändert sich das Leistungsspektrum, überschreiben Sie die Liste über denselben Weg in wenigen Minuten
3 Hinweise/Tipps für die Einrichtung
- Halten Sie die Liste kurz. Eine Hitliste mit 20 bis 40 gepflegten Einträgen hilft im Alltag mehr als eine mit 100. Sobald gescrollt werden muss, geht der Vorteil verloren.
- Wählen Sie den Zeitraum bewusst. Zwölf Monate glätten saisonale Ausschläge. Ein kürzerer Zeitraum reagiert schneller auf ein verändertes Leistungsspektrum.
- Klären Sie die Zuständigkeit. Da jeder berechtigte Systembenutzer die Liste überschreiben kann, sollte klar sein, wer sie pflegt und in welchem Rhythmus. Eine Prüfung pro Quartal ist ein guter Richtwert.
Für Schnellleser: Die wichtigsten Punkte im Überblick
Für unsere Schnellleser haben wir die zentralen Aussagen kompakt zusammengefasst:
- Die ICD-Hitliste ist eine Favoritenliste für die Diagnosekodierung in principa
- Sie entsteht aus dem SC Report Diag-A01.2 -T Diag Hitliste, also aus echten Kodierdaten
- Erstellen und Aktualisieren laufen über denselben Weg, unterschieden nur über das Kontrollkästchen Neue Hitliste anlegen
- Beim Aktualisieren wird die bestehende Liste überschrieben, nicht ergänzt
- Standardmäßig fließen 50 Einträge ein, mit Alle Datensätze bis zu 100
- Für die Nutzung braucht es die Standardrolle PCP_1_PATAKTE_KODIERUNG_DIAG_HITLISTE, für das Erstellen zusätzlich Report und Exportfunktion
- Jeder berechtigte Systembenutzer kann Hitlisten selbst anlegen und selbst überschreiben
Fazit
Die ICD-Hitliste ist eine kleine Funktion mit spürbarer Wirkung. Sie greift dort, wo im Praxisalltag täglich Zeit verloren geht, nämlich bei der Suche nach immer denselben Diagnosen. Weil die Liste aus Ihren eigenen Kodierdaten entsteht, passt sie ohne Nacharbeit zu Ihrem Leistungsspektrum. Und weil Anlegen und Überschreiben über denselben Weg laufen, bleibt sie dauerhaft pflegbar.